Die Energiewende beherrscht in Deutschland seit vielen Jahren die Nachrichten. Allerdings gibt es unterschiedliche Ansätze und immer neue Ideen dazu, wie die Energiewende am besten bewerkstelligt werden kann und warum sie notwendig ist. Gerade in Bezug auf Gesetzesänderungen kann man dabei schnell einmal den Überblick verlieren.
In diesem Blogartikel beschäftigen wir uns damit, welche aktuellen Neuerungen jetzt auf uns zukommen. Erfahren Sie außerdem, wie sich das Thema „Energiewende“ in Deutschland entwickelt hat und welche Auswirkungen es auf Sie als Privatperson hat.

Welche neuen Gesetzesänderungen kommen jetzt zur Energiewende?
Folgende Gesetze und Initiativen sind wichtig, wenn Sie sich zu den aktuellen Entwicklungen in Bezug auf die Energiewende austauschen wollen.
Gebäudeenergiegesetz (GEG) | Neubauten müssen zu 65 % mit erneuerbaren Energien beheizt werden. | Seit 1. Januar 2024 für Neubauten, ab 2026/2028 auch für Bestandsgebäude, abhängig von der Größe der Kommune. |
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) | Erhöhung der Ausbauziele für Wind- und Solarstrom, neue Ausschreibungen für Wind- und Solaranlagen. | Bis 2030 sollen mindestens 80 % des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Ausschreibungen bis 2028/29 erhöht. |
Energieeffizienzgesetz (EnEfG) | Einführung von Energieeinsparverpflichtungen für Bund und Länder sowie die Verpflichtung zur Einführung von Energiemanagementsystemen in öffentlichen Einrichtungen. | Jährliche Energieeinsparziele seit 2024, kontinuierliche Umsetzung der Verpflichtungen. |
Solarpaket I | Vereinfachung der Genehmigungsverfahren für Photovoltaikanlagen auf Dächern und Freiflächen, vereinfachte Fördermöglichkeiten für kleine und mittlere PV-Anlagen. | Inkrafttreten 2024. |
Förderung von Biogas | Verlängerung der Förderung älterer Biogasanlagen, Schaffung von Anreizen für flexibleren Betrieb und bessere Integration in das Stromnetz. | Seit 2024, kontinuierliche Unterstützung bis 2030. |
Smart Meter Rollout | Beschleunigter Rollout von Smart Metern für größere PV-Anlagen und Stromverbraucher, um das Stromnetz flexibler zu gestalten und Netzstabilität zu gewährleisten. | Schrittweise Umsetzung ab 2024, verpflichtend für größere Anlagen und Abnehmer mit hohem Verbrauch. |
Außerdem gibt es noch Regelungen, die nur in einigen Bundesländern gelten, wie z. B. die Solardachpflicht in NRW.
Seit wann wird sich in Deutschland um eine Energiewende bemüht?
Die Idee der Energiewende erlebte bereits in den 90er-Jahren einen Aufschwung, als deutlich wurde, dass sich im großen Stil Energie mithilfe von Windkraftanlagen und Solarpanels erzeugen ließ. Damals trat das Gesetz zur Förderung der Elektrizitätserzeugung aus erneuerbaren Energien in Kraft, das erste Anreize für den Ausbau erneuerbarer Energien lieferte.
Im Jahr 2000 wurde das oben bereits erwähnte EEG verabschiedet. Damit gab es erstmals politische Instrumente zur Förderung des Ausbaus erneuerbarer Energien, etwa durch Einspeisevergütungen. 2011 kam es zur Katastrophe von Fukushima – und damit zu einer richtungsweisenden Änderung in der deutschen Energiepolitik. Atomkraft und fossile Brennstoffe waren nicht weiter gewünscht, stattdessen sollte der Ausbau erneuerbarer Energien deutlich gefördert werden.
Mit dem Klimaschutzabkommen von Paris hat sich Deutschland 2015 zudem dazu verpflichtet, bis 2050 vollständig CO2-neutral zu wirtschaften.
Geht die Energiewende zu langsam voran?
An dieser Frage scheiden sich die Geister. Den einen kann es gar nicht schnell genug gehen, da sie die Gefahren durch Klimawandel und Umweltverschmutzung sehr hoch einschätzen, andere hingegen beklagen die Zumutungen, die sich durch die Energiewende zum Beispiel für die Wirtschaft ergeben.
Fest steht: In Bezug auf die CO2-Reduktion wurden bisher viele Zielsetzungen verfehlt, was mit einer zu langsamen Umsetzung und bürokratischen Hürden zu tun hat.
Fortschritte
Dennoch gibt es auch Erfolge zu verzeichnen: Mittlerweile wird über die Hälfte der Energie in Deutschland aus erneuerbaren Quellen gewonnen. Es gibt immer neue gesetzliche Vorstöße und die Technologie kann damit durchaus Schritt halten – denn in kaum einem anderen Sektor gibt es so viele Innovationen.
Besonders der Ausbau privater Solaranlagen und Balkonkraftwerke schreitet deutlich voran. Zudem bekommt die Energiewende auch immer mehr gesellschaftliche Rückendeckung – was auch damit zusammenhängt, dass gerade die politischen Krisen der letzten Jahre auch Probleme aufgezeigt haben, die mit der Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten einhergehen.

Was kann man als Privatperson für die Energiewende tun?
Als Privatperson gibt es zahlreiche Möglichkeiten, selbst etwas zur Energiewende beizutragen. Wir haben Ihnen dazu im Folgenden ein paar Ideen zusammengestellt:
- Prüfen Sie, ob Sie eine Solaranlage oder ein Balkonkraftwerk installieren können. So können Sie in Ihrem eigenen Zuhause selbst Strom erzeugen und damit Netzstrom aus fossilen Rohstoffen einsparen. Das bringt nicht nur der Umwelt etwas; auch Sie selbst können damit deutliche Einsparungen bei Ihrer Stromrechnung erzielen. Ganz besonders effizient arbeitet Ihre Anlage, wenn Sie sie mit einer Solarbatterie kombinieren. Damit sind Sie flexibel und können auch nachts Solarstrom nutzen.
- Gehen Sie verantwortungsvoll mit Ressourcen um und sparen Sie, wo immer möglich, Energie. Eine oft unterschätzte Maßnahme ist es zum Beispiel, alte Elektrogeräte in Ihrem Zuhause gegen modernere und energieeffizientere auszutauschen. Auch einfache Tricks wie z. B. das Kochen mit Deckel sparen schon Energie.
- Setzen Sie auf einen Ökostromtarif, wenn Sie keinen Platz für eigene Solarpanels haben. Das Beste daran: Durch Willkommensprämien ist das auch oft finanziell sehr attraktiv.
- Auch eine Wärmepumpe kann zu einer energiesparenden Heizung Ihres Hauses beitragen und oft nachgerüstet werden.