Normalerweise beschäftigen wir uns in diesem Blog mit Themen aus dem Bereich Photovoltaiktechnik. Es gibt aber noch eine weitere Möglichkeit, Sonnenenergie zu nutzen, nämlich mithilfe von Solarthermie. Damit lässt sich zum Beispiel Warmwasser für den Haushalt umweltfreundlich erzeugen.
In diesem Blogartikel soll es darum gehen, wie Warmwasser-Sonnenkollektoren funktionieren, welche Vor- und Nachteile sie haben und welche Einsatzmöglichkeiten damit bestehen. Erfahren Sie auch, ob sich eine solche Lösung für Sie lohnen könnte und ob sie vielleicht sogar mit klassischen Solarpanels zur Stromherstellung kombiniert werden kann.

Wie funktionieren Warmwasser-Sonnenkollektoren?
Auf den ersten Blick unterscheiden sich viele Warmwasser-Sonnenkollektoren gar nicht stark von Solarpanels. Auch sie benötigen schließlich eine große Fläche, auf der einfallende Sonnenstrahlen absorbiert werden können. Unterschieden wird hier zwischen zwei Arten von Kollektoren: Den weit verbreiteten Flachkollektoren und den noch effizienteren (aber auch teureren Röhrenkollektoren.)
Anders als Solarpanels verfügen diese Kollektoren über ein Röhrensystem, durch das eine spezielle Wärmeträgerflüssigkeit zirkuliert. Diese Flüssigkeit wird mithilfe der Sonnenenergie erhitzt. Anschließend kommt ein Wärmetauscher zum Einsatz, der die Wärme z. B. an Ihr Brauchwasser überträgt. Das erwärmte Wasser kann dann im Boiler gespeichert werden, bis es in Ihrem Haushalt benötigt wird. Auch in Ihr Heizsystem kann das warme Wasser eingespeist werden.
Worauf muss man bei der Nutzung von Warmwasser-Sonnenkollektoren achten?
Wie bei Solarpanels, ist auch bei der Anschaffung und Nutzung von Warmwasserkollektoren einiges zu beachten. Folgende Punkte sollten Sie daher unbedingt abklären, bevor Sie sich für diese Lösung entscheiden:
- Der Standort muss für die Sonnenkollektoren geeignet sein. Am besten eignet sich dafür eine Dachfläche, die nach Süden ausgerichtet ist und eine optimale Ausrichtung der Kollektormodule zulässt. Dabei sollte auch ein Neigungswinkel von ca. 30 – 50 Grad realisierbar sein.
- Zudem benötigen Sie genügend Platz für den Warmwassertauscher/Speicher. Hier können Sie mit ca. 100 Litern pro Person im Haushalt rechnen, die gespeichert werden müssen.
- Wie erwähnt gibt es zwei verschiedene Typen von Kollektoren bei solarthermischen Anlagen. Obwohl Röhrenkollektoren teurer in der Anschaffung sind, arbeiten sie auch deutlich effizienter und generieren so bessere Erträge. Wir raten Ihnen deshalb dazu, für beide Arten von Kollektoren eine Kosten-Nutzen-Analyse aufstellen zu lassen, um die bestmögliche Lösung für Sie zu finden.
- Es muss genügend Platz für die Kollektoren auf dem Dach vorhanden sein, wobei für Warmwasser ca. 2 qm Kollektorfläche pro Person und zum Heizen ca. 2-3 qm pro Person notwendig sind.
- Auch für Solarthermie gibt es staatliche Förderungen. Informieren Sie sich diesbezüglich unbedingt vor der Anschaffung, um Kosten zu sparen.

Vor- und Nachteile von Warmwasser-Sonnenkollektoren im Überblick
Falls Sie mit dem Gedanken spielen, sich Warmwasser-Sonnenkollektoren anzuschaffen, sich aber noch nicht fest entschieden haben, hilft Ihnen gegebenenfalls diese Übersicht über alle Vor- und Nachteile bei der Entscheidungsfindung:
Vorteile | Nachteile |
Reduzierung der Energiekosten: Durch die Nutzung von Solarenergie können die Ausgaben für Warmwasser und Heizung deutlich gesenkt werden. | Hohe Anfangsinvestitionen: Die Anschaffung und Installation einer Solarthermieanlage erfordern erhebliche finanzielle Mittel. |
Umweltfreundlichkeit: Solarthermieanlagen produzieren keine CO₂-Emissionen und tragen somit aktiv zum Klimaschutz bei. | Wetterabhängigkeit: Die Effizienz der Anlage ist stark von Sonneneinstrahlung abhängig; an bewölkten Tagen und im Winter ist der Ertrag geringer. |
Langlebigkeit: Hochwertige Anlagen können über 20 Jahre zuverlässig Wärme liefern. | Platzbedarf für Speicher: Für die Speicherung der gewonnenen Wärme ist ein entsprechender Speicher notwendig, der Platz im Gebäude beansprucht. |
Geringe Betriebskosten: Nach der Installation fallen nur minimale Kosten für Wartung und Betrieb an. | Komplexität der Integration: Die Einbindung in bestehende Heizsysteme kann technisch anspruchsvoll sein und erfordert eine sorgfältige Planung. |
Unabhängigkeit von Energieversorgern: Eigene Energieproduktion reduziert die Abhängigkeit von schwankenden Energiepreisen und externen Anbietern. | Überhitzungsgefahr im Sommer: Bei geringer Nutzung und starker Sonneneinstrahlung kann es zu Überhitzung kommen, wenn die Anlage nicht entsprechend ausgelegt ist. |
Fördermöglichkeiten: Staatliche Zuschüsse und Förderprogramme können die Investitionskosten reduzieren und die Wirtschaftlichkeit verbessern. | Nicht für jedes Gebäude geeignet: Faktoren wie Dachausrichtung, Neigungswinkel und Verschattung können die Effizienz der Anlage beeinträchtigen. |
Lassen sich Sonnenkollektoren zur Erwärmung eines Pools nutzen?
Neben der Warmwasserbereitung und dem Heizen gibt es noch eine weitere Möglichkeit, das erzeugte warme Wasser sinnvoll zu nutzen: Sie können damit Ihren Pool beheizen! Damit lässt sich Solarthermie sogar sehr effizient nutzen, da das Wasser, anders als bei Warmwasser für den Haushalt, nur auf ca. 28 Grad erhitzt werden muss. Außerdem ist diese Lösung sehr kosteneffizient, da in der Regel kein weiterer Speicher notwendig ist.
Wenn Sie eine solche Lösung anstreben, können Sie entweder die bereits erwähnten Kollektoren dafür wählen oder auf günstigere, aber auch weniger langlebige Absorbersysteme zurückgreifen. Mithilfe der Umwälzpumpe des Pools wird das Wasser dann durch das entsprechende System geleitet und erhitzt. Die Kollektorfläche muss dabei aber recht groß gewählt werden und ca. ¾ der Poolfläche betragen.
Lohnen sich Warmwasser-Sonnenkollektoren?
Sonnenkollektoren können eine hervorragende Möglichkeit sein, um Wasser effizient und umweltfreundlich zu erwärmen. Dennoch sind die Anschaffungskosten nicht zu unterschätzen. Außerdem können Sie die Dachfläche, die für Sonnenkollektoren beansprucht wird, nicht gleichzeitig für Solarpanels nutzen. Diese sind aber oft deutlich effizienter und versprechen eine größere Kostenersparnis.
Lassen Sie sich also am besten von Profis wie unserem EcoFlow-Expertenteam dazu beraten, welche Lösung am besten zu Ihnen und Ihrem Zuhause passt. Auch Hybridlösungen, also eine Kombination aus Solarpanels und Sonnenkollektoren, können hervorragende Lösungen sein, um Ihr Zuhause auf die Energiezukunft vorzubereiten.