Ackerland für Photovoltaik verpachten: Diese Steuern fallen an

Sie verfügen über brachliegendes Ackerland, das Sie gerne für Solaranlagen verpachten möchten? Das ist löblich, denn jede Solaranlage trägt zur Energiewende und damit zum Klimaschutz bei – wie also ließen sich ungenutzte Flächen besser nutzen. Allerdings leben wir in einem Land, in dem so ziemlich alles geregelt ist; und das gilt auch für Ihr Vorhaben. Sie sollten sich auf keinen Fall von Ihrem Plan abschrecken lassen. Allerdings gibt es vor der Verpachtung ein paar Themen, mit denen Sie sich unbedingt beschäftigen müssen. Neben der Organisation der Verpachtung ist da auch die Frage, wie viel Steuern Sie zahlen müssen, wenn Sie Ackerland für eine Solaranlage verpachten. Alles dazu erfahren Sie im folgenden Blogartikel.

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Zahle ich Steuern, wenn ich Ackerland für eine Solaranlage verpachte? Gibt es Förderungen?

Grundsätzlich müssen Erträge aus Pachteinnahmen für Photovoltaikflächen versteuert werden. Wie hoch die Steuern im individuellen Fall aussehen, hängt von Ihrem persönlichen Steuersatz ab. Bei gewerblichen Einnahmen gibt es eine Freigrenze, die bei 24.500 Euro liegt. Außerdem macht es einen Unterschied, ob es sich um Solarpanels auf Freiflächen oder um sogenannte Agri-Solaranlagen handelt. Bei Letzteren wird die Fläche, auf der die Solaranlage steht, gleichzeitig noch landwirtschaftlich genutzt. Dabei muss die Stromproduktion auf der Fläche nur die Sekundärnutzung sein und der landwirtschaftliche Ertrag darf durch die Stromerzeugung um maximal 15 % verringert werden. Dabei erhalten Sie zwar etwas weniger Pacht, gleichzeitig sind aber die Steuervorteile so hoch, dass solche Anlagen oft vorteilhafter sind als die Verpachtung von Freiflächen. Die Anlagen zählen dann nicht mehr zum Grundvermögen, sondern zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen. Dies hat erhebliche positive Vorteile bei der Grundsteuer sowie in dem Fall, dass die Fläche vererbt oder verschenkt wird.

Lohnt es sich, Ackerland für Solaranlagen zu verpachten? Was springt dabei heraus?

Ackerland für Solaranlagen zu verpachten, liegt im Trend. Die Nachfrage in diesem Bereich steigt – und damit auch die Preise, die Sie bei der Verpachtung verlangen können. Im Durchschnitt liegt die Pacht in Deutschland bei 375 Euro pro Monat und Hektar. Es ist also möglich, mit der Verpachtung von Ackerland jährlich mehrere tausend Euro umzusetzen, wenn Sie es geschickt anstellen. Dass solch hohe Preise bezahlt werden, ist auch nur logisch. Denn auf einem Hektar Ackerfläche mit einer guten Ausrichtung können bis zu 1000000 kWh Strom jährlich erzeugt werden – also genug, um über 200 Haushalte oder auch größere Industrieanlagen mit Strom zu versorgen.

Wie viel genau Sie mit Ihrem Solarpark verdienen können, hängt allerdings maßgeblich mit Ihrer Region, der Güte der verpachteten Fläche sowie dem aufgesetzten Vertrag zusammen. Da es bei der Verpachtung um viel Geld geht, sollten Sie sich beim Aufsetzen des Vertrages unbedingt juristische Hilfe suchen und im Idealfall mehrere potentielle Pächter miteinander vergleichen. Wenn Sie zu der Seite gehören, die Ackerland pachten möchte, sollten Sie unbedingt verschiedene Angebote einholen.

Wie gehe ich bei der Verpachtung am besten vor? Ist jede Ackerfläche für die Verpachtung geeignet und zulässig?

Zunächst müssen Sie abklären, ob sich Ihre Freifläche überhaupt für die Verpachtung für eine Solaranlage eignet und was für eine Art der Flächennutzung (Agri-Solaranlage oder nicht) Ihnen vorschwebt. Das sollten Sie am besten gutachterlich prüfen lassen. Die zu verpachtende Fläche muss so liegen, dass optimale Erträge zu erwarten sind. Sie darf also nicht von Verschattung oder sonstigen Bedingungen betroffen sein, die die Nutzung als Solarfläche einschränken. Zudem muss Ihre Gemeinde die Nutzung der Fläche als Solarpark erlauben, was mit Anträgen einhergehen kann. In einigen Gebieten werden Solarparks aus ästhetischen Gründen nicht gerne gesehen. Die Fläche muss nach dem EEG für den Ausbau von Photovoltaikanlagen geeignet sein. Auch in einem Naturschutzgebiet darf die Fläche nicht liegen. Ein Netzanschluss muss in unmittelbarer Umgebung vorhanden sein. Neuerungen diesbezüglich ergeben sich auch durch das Solarpaket I.

Notwendig ist außerdem eine bestimmte Mindestgröße, die in der Regel von den Investoren vorgegeben wird.

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An wen kann ich Ackerland für eine Solaranlage verpachten? Wie lange laufen die Pachtverträge üblicherweise?

Die Mindestmietdauer liegt häufig bei 20 Jahren oder darüber – Sie müssen also bereit sein, sich auf eine langfristige Planung einzulassen. Mittlerweile gibt es verschiedene Anbieter, die Ihnen ermöglichen, Ihre Pachtfläche für Sie zu vermitteln. Selbstverständlich können Sie aber auch direkt auf potenzielle Pächter zugehen. Auf jeden Fall sollten Sie sich mehrere Angebote einholen – denn auch in dieser Branche gibt es leider schwarze Schafe, die versuchen könnten, Sie über den Tisch zu ziehen. Denken Sie bei der Ausgestaltung des Vertrages auch an die Zukunft: Selbst, wenn Sie jetzt eine sehr gute Pachthöhe ansetzen, ist das nicht unbedingt vorteilhaft. Es besteht nämlich die Möglichkeit, dass die Mieten für Photovoltaikflächen aufgrund der hohen Nachfrage in den nächsten Jahrzehnten noch einmal deutlich steigen. Davon haben Sie nichts, wenn Sie sich für zwanzig oder mehr Jahre an einen Betrag binden.

Wer mit dem Gedanken spielt, seine Fläche zu verpachten, sollte sich vor allem klarmachen: Sie sind in einer sehr guten Verhandlungsposition, da die Nachfrage nach Photovoltaikflächen das Angebot übersteigt. Lassen Sie sich deshalb auf keinen Fall auf das erste Angebot ein, sondern nehmen Sie sich Zeit bei Ihrer Entscheidung. Achten Sie darauf, Risiken auszuschließen – z. B. sollten Sie niemals Kosten für das Solarprojekt übernehmen – oder wenn, dann nur nach ausgiebiger rechtlicher Beratung.

Tue ich etwas für den Klimaschutz, wenn ich Ackerland verpachte?

Die Antwort auf diese Frage lautet: Ja, natürlich helfen Sie dem Klimaschutz, wenn Sie durch die Verpachtung von Ackerland einen großen Solarpark möglich machen. Um die Energiewende möglichst schnell abzuschließen, sind eben nicht nur viele kleinere private Solaranlagen, sondern auch große Parks notwendig. Die Fläche dafür ist allerdings leider rar und deshalb heiß begehrt. Mit dermaßen großen Solaranlagen lassen sich aber zahlreiche Haushalte mit Strom versorgen – und das bedeutet, dass diese nicht mehr auf Netzstrom angewiesen sind, der unter Umständen unter Zuhilfenahme von fossilen Brennstoffen generiert wurde. Die großen Solarparks erzeugen große Mengen Energie, ohne dass dabei schädliche Emissionen in die Atmosphäre gelangen.

Die Vorteile beschränken sich aber nicht nur auf den Klimaschutz. Wenn Sie Ihr Ackerland für eine Solaranlage verpachten, sorgen Sie in vielen Fällen auch dafür, dass Ihre Gemeinde autarker in Bezug auf die Stromversorgung wird. Das kann gerade für die Zukunft einen großen Vorteil bedeuten, denn Stromautarkie bedeutet auch eine bessere Resilienz gegenüber Versorgungsengpässen und Netzausfällen.

Fazit

Wir können abschließend festhalten: Das Verpachten von Ackerland für Solaranlagen kann für Sie eine gute Möglichkeit sein, brachliegende Flächen sinnvoll zu nutzen und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten – und dabei noch ordentlich Geld zu verdienen. Wenn Sie Ackerland für Photovoltaikanlagen verpachten, müssen die Einnahmen versteuert werden, wobei die Höhe der Steuer von Ihrem persönlichen Steuersatz abhängt. Unterschiede bestehen auch zwischen Freiflächenanlagen und Agri-Solaranlagen, bei denen die Fläche zusätzlich landwirtschaftlich genutzt wird. Letztere können steuerliche Vorteile bieten und sind oft attraktiver, da sie nicht zum Grundvermögen, sondern zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen gezählt werden. Dies kann positive Auswirkungen auf die Grundsteuer sowie auf die Vererbung oder Schenkung der Fläche haben.

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